Kleine Sprachwunder: Wie Kinder eine Sprache lernen

Wie Kinder Sprache lernen, ist Forschungsgegenstand in vielen wissenschaftlichen Disziplinen. Fragen zum komplexen Sprachverständnis, zum Sprachsystem im Gehirn, aber auch Fragen zur kognitiven Sprachentwicklung von Kindern – auf diesem Gebiet forschen sowohl Linguisten als auch Neurowissenschaftler/Innen. 

Von „Bababa“ und „Dadada“

Bereits im Mutterleib kann der Fötus Stimmen, Musik und Umgebungsgeräusche wahrnehmen. So sind unsere Kleinsten schon vor der Geburt von Sprache umgeben. Wenn wir mit unserem Ungeborenen sprechen, vermitteln wir ihm zugleich spracheigene Intonationen, Sprachrhythmus und charakteristische Wortlaute.

Nach der Geburt beginnt das aktive Erlernen der Sprache. Zunächst stärken sie ihre Stimmbänder vor allem durch Schreien. Das ist lebensnotwendig, denn nur so kann sich das Baby zunächst mitteilen. Es lernt schnell, dass wir Eltern darauf reagieren – es beginnt, mit uns hörbar zu kommunizieren.

Mit knapp zwei Monaten beginnen Säuglinge unterschiedliche Laute von sich zu geben. Dein Kleines gurrt, jauchzt und kreischt! Ab dem sechsten Monat etwa beginnt die Lallphase. Dein Kind beginnt, bestimmte Silben und Laute aus der Flut von gesprochenen Sätzen herauszufiltern. Es stellt Verbindung zu realen Gegenständen her. Interessant ist, dass egal in welcher Sprache Dein Kind zu sprechen lernt, Laute wie „da“ und „ba“ überall vorkommen. Auch gehörlose Kinder lallen in dieser Phase und versuchen, Silben zu imitieren. 

Kognitive Wundermaschinen

Mit jedem Lebensmonat entwickelt sich das kleine Gehirn weiter und beginnt, verschiedene Areale durch Nervenverbindungen zu verknüpfen. Zusammenhänge von Worten und den Dingen, die sie beschreiben, werden von den Kleinkindern erkannt und abgespeichert. Mit nur wenigen Monaten ist das kognitive System unserer Babys soweit ausgereift, dass es sinnhafte Wortbedeutungen aus bestimmten Lauten bilden kann. Je mehr Verknüpfungen das Gehirn erstellen kann, desto eher wird auch im Sprachgebrauch aus den Lauten „au“ und „to“ das „Auto“ oder aus „ma“ und „ma die „Mama“. 

Unsere Sprache folgt bestimmten Abfolgen und Mustern, die das Kleinkind bereits erfassen kann. Darauf aufbauend entwickelt sich unser grammatikalisches Verständnis und sinnhaftes Kommunizieren miteinander. Die Wissenschaft nennt es statistisches Lernen – Muster und wiederkehrende Laute innerhalb des Sprachsystems zu erkennen und mit Sinn zu besetzen. Das Sprachenlernen bei Kindern ist somit ein komplexer Prozess, der viele Schritte bereits vor dem Sprechen umfasst.

Sprachen lernen bei Kindern bedeutet nicht nur, sich verbal zu verständigen, sondern auch seine Gefühle ausdrücken zu können, seine Wünsche und Ideen in Worten zu fassen. In unserer Gesellschaft sind so gut wie alle Kommunikations- und Interaktionsprozesse durch Sprache begleitet.

Kleinkind läuft durch Wiese

Sprachentwicklung vom 1. bis zum 12. Lebensjahr

Die ersten Wörter können, je nach Entwicklung, zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat gesprochen werden. Anfangs ist jeder Mann ein „Papa“ und jede Frau eine „Mama“. Aber Kinder entwickeln rasch logische Konzepte und sinnhafte Bedeutungszusammenhänge, die sie mit einem Wort verknüpfen. Das Kind lernt durch ständig neue Kommunikations- und Interaktionsprozesse, Begriffe deutlicher abzugrenzen von anderen. 

Kinder ab ca. 18 Monaten entwickeln ein konkretes System an Worten und Begriffen. Neue Nervenverbindungen im Gehirn entstehen. Das Sprachenlernen bei Kindern ist mit 2 Jahren nicht immer grammatikalisch korrekt. Mit stetig wachsendem Wortschatz aber werden auch die Sätze länger, Verben und Adjektive fließen in den Sprachgebrauch nach und nach ein. 

Fehler zulassen!

Kinder sollen die Zeit haben, auch Fehler zu machen. Wir Eltern sollen dabei nicht ständig belehrend daneben stehen und jeden sprachlichen Ausrutscher überbewerten. Von unserem Sprachgebrauch, aus Büchern und durch Medien rezipieren Kinder selbstständig und oftmals unbewusst die korrekte Verwendung grammatikalischer Regeln. 

Diese kognitive Leistung des Gehirns ist mit etwa 11 Jahren abgeschlossen. In diesem Alter ist das Verstehen von komplizierten Regeln und ein grammatikalisches Grundverständnis ausgereift. Die Erweiterung des eigenen Wortschatzes und das Erlernen einer anderen Sprache beispielsweise begleitet uns allerdings ein Leben lang!


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